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Peter Schellenbaum plädiert für eine Verlebendigung der Psychotherapie: spontan auftretende, durch die Mitteilung des Therapeuten wahrgenommene Äußerungen, z.B. Gebärden, Worte, Bilder, Erinnerungen, werden als "Energiesignale" - richtungsweisende Zeichen - aufgenommen und in einen sinnvollen Ablauf hinein verstärkt und verlängert. Aus der natürlichen Folge mehrerer solcher Äußerungen ergibt sich ein "Spontanritual".
Jeder Lebensimpuls, auch wenn er verdrängt wird, hat einen spontanen leiblichen Ausdruck. Durch bewusstes, zentrierendes Spüren in diesem ("Spürbewusstsein") wird Energie freigesetzt, die sich in einen schöpferischen Prozess hinein entfaltet, der befreit und heilt. Spürbewusstsein, sowohl im Therapeuten als auch in den Menschen, die er begleitet, ist die Grundbedingung von Entwicklung und Heilung.
Peter Schellenbaum erweitert die Tiefenpsychologie Jungs und Freuds, indem er auch den leiblichen Ausdruck als richtungsweisende Äusserung des Unbewussten in seine Arbeit einbezieht. Diese und andere Ansätze zur Heilung ordnet er der stets neu gestellten Frage nach der jeweils stärksten Energiebesetzung unter.
Der Therapeut tritt beim Heilungsprozess in den Hintergrund. Als Regieassistent unterstützt er die Lebensimpulse des von ihm begleiteten Menschen mit ihren spezifischen Ausdrucksformen. Das Gespräch nach einem Spontanritual dient der Wahrnehmung und Verarbeitung des im lebendigen Vollzug Geschehenen. Für die andauernde Wirkung eines Spontanrituals ist es wesentlich.
Seit einigen Jahren arbeitet Peter Schellenbaum auch mit offenen Gruppen, diese eignen sich besonders für Menschen in kritischen Lebenssituationen. Sie bildet einen "Dritten Leib": eine Übergangsgemeinschaft als soziales Gefäß, in welchem der einzelne Ermutigung und Neuorientierung findet. Dabei geht es nicht um das Erreichen eines perfekten Resultats, sondern um die Verdeutlichung der von innen her sich öffnenden neuen Lebensrichtung.
Dr.Peter Schellenbaum wurde 1939 in Winterthur/Schweiz geboren. Nach seiner Arbeit als Studentenpfarrer in München liess er sich am C.G.Jung Institut Zürich in Analytischer Psychologie ausbilden und wirkte dort als Lehranalytiker, Studienleiter und Dozent. Seit 1993 Leiter des “Instituts für Psychoenergetik nach Schellenbaum” in Orselina/Schweiz.
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